Monthly Archives: Oktober 2009

Pablo Moses – Ein Revolutionär des Roots Reggae

Pablo Moses – Ein Revolutionär des Roots Reggae

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Pablo Moses wurde 1948 in Jamaika als Pableto Henry geboren.
Pablo Moses

Der Reggae-Sänger nahm sein erstes Album “Revolutionary Dream” im Jahr 1976 auf. Mit beispielloser politischer Offenheit artikulierte er seine Rastafari-Ideologie mit oft lieblich-hoher Stimmlage über die von Produzent und Keyboarder Geoffrey Chung geschaffenen rhytmischen Harmonien.
1980 erschien sein zweites Album “A Song” als subtile Antwort auf das Feuer, welches durch sein Debüt Album vier Jahre zuvor entfacht wurde.
Spätestens nach dem dritten, 1981 erschienen Album “Pave The Way” wurde klar, dass sich Pablo Moses’s Botschaft gegen Ungerechtigkeit, Ungleichheit, Gier, Rassismus, Krieg und Plünderung der Natur wendet, sein ganz persönlicher Rastafari-Kreuzzug.

Inwischen hat er eine riesige Fangemeinde in Jamaika, Europa, Nordamerika und Japan erworben, als 1983 das Album “In The Future” erschien. Angepasst an die Zeit änderte sich die Musik unter Verwendung elektronischer Instrumente wie dem Synthesizer und dem Vocoder zur Verstärkung Pablos politischer und sozialer Botschaft.
Es folgten
1985 “Tension”
1988 “Live To Love
1990 “We Refuse”
1990 “Charlie”
1993 “Cofessions Of A Rastaman”
1995 “Mission”
1998 “Reggae Live Sessions”

Seit nunmehr mehr als 30 Jahre ist Pablo Moses einer der originellsten Roots Reggae Künstler in Jamaika mit einer soziologisch-politisch-kulturellen Botschaft. Auch heute ist er noch ausgiebig in Kanada, USA, Südamerika, Mittelamerika, Europa und in der Karibik unterwegs und begeistert nach wie vor die Fans.

Pablo Moses ist ein Lehrer, Vater und Revolutionär, der niemals vom eingeschlagenen Weg als Stimme der Armen und Unterdrückten abweichen wird.

Haile & Praises Pablo Moses … Jah Rastafari

Koh Sukon – Perle in der Andamansee

Koh Sukon – Perle in der Andamansee

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Es gibt sie noch – die unberührten Ecken in Thailand werden leider auch immer rarer, aber wer suchet, der findet.
Bekanntlich gibt es sehr reizende Urlaubsorte mit tollen  Stränden im thailändischen Süden. Am bekantesten sind sicher Phuket, Koh Samui und Krabi. Doch diese Orte sind total in touristischer Hand und zumindest in der High-Season völlig überlaufen. Sicherlich ist ein Aufenthalt hier reizvoll, besonders, wenn man Wert auf ein buntes Nachtleben legt.
Aber mit der tatsächlichen thailändischen Lebensweise hat das Leben in diesen vom Tourismus geprägten Orten nicht mehr viel zu tun … und Ruhe findet man hier auch nur schwer.

Karte SüdThailand

Für alle, die auf der Suche nach Ruhe, Natur und schönen Stränden sind und die außerdem noch Interesse am Leben im thailändischen Stil haben, gibt es zum Glück noch Alternativen. Eine davon ist die zur südlichen Provinz Trang gehörende Insel Koh Sukon. Sie ist fern ab vom Massentourismus, aber dennoch einfach zu erreichen. Mit dem Taxi von Trag zum Pier nach Youngstar und dann täglich um die Mittagszeit mit dem Boot zur Insel.

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Koh Sukon ist noch sehr verträumt und wer die Insel besucht, muss sie mit der lokalen Bevölkerung teilen. Ca 3.800 Personen leben in 4 Dörfern auf der Insel. Die Insulaner sind , wie nahezu alle Thais, sehr freundlich und arbeiten in der Hauptsache als Fischer oder Kautschuk-Bauern.
Die Insel selbst ist nicht sehr gross, ca 4 mal 8 Kilometer, überwiegend flach, es gibt lediglich zwei Hügel, je ca. 150 Meter hoch. Auf einem der Hügel liegt ein Viewpoint, der eine wunderschöne Sicht über die Insel bietet.

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Die schönsten Strände gibt es an Koh Sukon’s Westküste. Hier lässt sich wunderbar ausspannen, sonnen und baden. Bei guten Wetter hat man eine fantastische Fernsicht auf nahegelegene und teils unbewohnte Inseln.

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Koh Sukon selbst ist überwiegend mit Kokospalmen und Kautschukplantagen bedeckt, verfügt aber über ein erstaunlich gutes Strassen-Netz mit grösstenteils neuen Zementstrassen, die es ermöglichen, nahezu jeden Winkel auf der Insel zu besuchen. Mopeds oder Fahrräder kann man auf der Insel ausleihen.
Kurzum gesagt: Koh Sukon ist ein echter Geheimtipp!!

Medassi – Reggae aus Niederbayern

Medassi – Reggae aus Niederbayern

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MEDASSI ist eine aufstrebende Reggaeband aus dem sonnigen Niederbayern. ModernRootsReggae inna rough stylee steht auf dem Programm und wird verwirklicht von einer wilden Drum´n Bass section, OUKU-OUAKA-Gitarren, freshen Keyboard- und Synthi-Sounds, australischer Percussion, einem singenden Engel und einem brüllenden Löwen.

MEDASSI war bereits im Vorprogramm zahlreicher internationaler Reggae-Größen wie „Eek-a-Mouse“, „Black Uhuru“, Bob Marley´s Sohn „Julian Marley“, „Yellowman“ und „Alpha Blondy“ auf Europas Bühnen zugange. Auch als SupportAct der Deutschland-Tour von „The Wailers“ und auf dem Chiemsee-Reggae-Summer 2007 machte die Truppe verbal und tonal auf sich aufmerksam.

Mit Modern Roots Reggae inna rough stylee kämpfen Medassi seit der Jahrtausendwende gegen politische Unterdrückung und gegen Gedankendigitalisierung.

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Am 01. August 2009 haben MEDASSI ihr zweites Album “RANDOM PLAN” herausgebracht und bieten es zum freien Download an.

Folgende Titel sind auf dem Album enthalten:

1.Balcaribbean Party
2.Turn your back on Satan
3.Loveless
4.Medicine Man
5.Take it on
6.Blackrain
7.Take the money & run
8.New Style
9.Bushfiredub (2003)

Alle Titel geschrieben und eingespielt von MEDASSI, als da wären

Tingletangle -vocs
Goorgoorlu -drums
Papa Ras -base
Dublex -guitar
Mr. Q -keys
Francis -percussion

sowie als besondere Gäste

Vocals in 3,4,5,7,8 – Birgit “Lady Che” Schachtner
Bass/Helikon in 1,4 – Tommy T.
Trumpet in 1,2 – Valentin “Valle” Goderbauer
Tenor Horn in 1,2 – Vastic “Krautmo” Meier
Vocals in 6 – Lenilicious

Alle Songs wurden in Tunetown Studios – Dr. Wicket produziert.

MEDASSI erklären ausdrücklich, dass das Album lizenzfrei kopiert werden darf … sie drücken das so aus:

“No rights reserved!
Copyright for everybody, who has more than one finger.
……………….If you have less than one finger- let us know- we can copy for you!!

We hope you enjoy our work.
If so, support us at our concerts, buy our merchandise
or just send the album to some of your friend.

It..s a New Style of globalisation!
Only the Medicine Man can rescue us from the Black Rain!
All weakheart, stop beeing So Loveless!
It..s time to Turn Your Back On Satan & Take It On.
Or just Take The Money And Run!Hahahahahahaha…”

So, nun lange genug geredet … hier ist der Download-Link zum Album “Random Plan”
Also schnell runterladen, dann drauf auf die Ohren und abtanzen ……….. yeeeeeeeeeeeeep

Tom Khaa Gai – Thailändische Hühnersuppe mit Kokosmilch

Tom Khaa Gai – Thailändische Hühnersuppe mit Kokosmilch

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Tom Khaa Gai

Zutaten für ca. 4 Personen

1 Stengel Zitronengras
4 Zitronenblätter (Lemon Leaves)
1 Stück Galgant-Wurzel (ca. 3 cm)
250 g Champignons und/oder 250 g jungen Mais
2 Tomaten
1-2 Teelöffel rote Chilipaste
500 g Hühnerbrustfilet
400 ml Kokosmilch (1 Dose)
2 Eßlöffel Zitronensaft
2 Teelöffel Zucker
4 Eßlöffel Fischsauce

Zubereitung (ca. 20 Minuten)

1. Zitronengras Waschen und in vier große Stücke schneiden – Zitronenblätter ein Paar mal knicken – Galgant-Wurzel waschen und in dünne Scheiben schneiden.

2. Pilze und/oder Mais putzen und vierteln – Tomaten waschen und in Würfel schneiden.

3. Hühnerbrustfilet in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.

4. Kokosmilch erhitzen und Zitronengras, Chilipaste, Zitronenblätter und Galgant-Wurzel dazugeben. Kokosmilch bei mittlerer Hitze ca. zwei Minuten köcheln lassen.

5. 3/4 Liter Wasser dazugießen und erhitzen – Hühnerbrustfilet, Tomaten, Pilze und/oder Mais dazugeben und zehn Minuten köcheln lassen.

6. Mit Fischsauce, Zucker und Zitronensaft abschmecken.

Vor dem servieren das Zitronengras, die Galgant-Wurzel und die Zitronenblätter entfernen (in Thailand belässt man diese Zutaten wegen des Aromas in der Suppe … sie werden allerdings nicht mit verzehrt)

So, nun viel Spass beim Nachkochen und “Guten Appetit”

Essen in Thailand

Essen in Thailand

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Essen ist eine der schönsten und wichtigsten Beschäftigungen der Thais. Kein Wunder, daß man an jeder Straßenecke und an jedem Strand kleine mobile Garküchen findet, bei denen man von der gebackenen Banane bis hin zu gebratenen Nudeln fast alles finden kann, wonach einem der Sinn steht. Überall wird gebrutzelt und gekocht. Typisch sind überall die frischen Zutaten und die Vielfalt an Gewürzen.

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Neben den vielen “Snacks”, die man während des ganzen Tages überall essen kann, wird die Hauptmahlzeit abends eingenommen. Dabei steht im Mittelpunkt der Reis, der in einem großen Topf oder einer Schüssel serviert wird. Das thailändische Wort für Essen ist daher auch gleichgesetzt mit dem Wort “Reis essen”. Jeder nimmt sich in ausreichendem Maß von dem Reis und probiert dann dazu die verschiedenen Speisen, die ebenfalls auf dem Tisch stehen. Üblicherweise werden die Speisen nacheinander probiert und nicht auf dem Teller vermischt.

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Im Gegensatz zu der westlichen Speisefolge: Vorspeise, Hauptspeise, Nachtisch, werden bei einem thailändischen Menü alle Speisen (auch Suppen) und der Reis auf einmal aufgetischt.

Die Speisen sind idealerweise Gerichte, die sich in der Geschmacksrichtung ergänzen: etwas Scharfem steht z.B. etwas Süß-saures entgegen. Idealerweise werden mindestens zwei Gerichte und eine Suppe serviert. Der Nachtisch wird allerdings, wie in Europa, zum Schluß serviert und besteht meist aus frischen Früchten.

In Bangkok und den anderen grossen Städten gibt es in fast jeder Shopping-Mall ein sogenanntes “Foodcenter”, wo man teilweise bis zu 30 kleine Imbisse vorfindet. Von Ente, Huhn, Fisch oder Vegetarier-Angeboten findet sich einfach alles aus der Küche Thailands.

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Gegessen wird mit Löffel und Gabel, der Löffel wird dabei in die rechte Hand genommen und die Gabel in die linke. Die meist in mundgerecht geschnittenen Gerichte schiebt man dann mit der Gabel auf den Löffel. Eßstäbchen kommen nur bei Nudelgerichten zum Einsatz. Suppen ißt man mit einem Löffel in der typischen asiatischen Form.

Thais essen gern sehr scharf. So scharf, daß Europäer diese Schärfe als sehr unangenehm empfinden können. Die Schärfe kommt vor allem durch die Chilis oder Chilipaste, die häufig verwendet werden. Der gleichzeitige Verzehr von Tomaten und Gurken mildert die Schärfe etwas ab.
(aus “Thailands Leckerbisschen”)

Suvarnabhumi Airort-Link nach Bangkok

Suvarnabhumi Airort-Link nach Bangkok

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Seit am 28. September 2006 der neue Airport Suvarnabhumi den Betrieb aufnahm und den sehr zentral gelegenen alten Bangkoker Flughafen Don Mueang ablöste, muss man bei der Einreise nach Thailand mit einer je nach Verkehrslage 1 – 2 stündigen Taxi- oder Busfahrt rechnen, um in Bangkoks Zentrum zu gelangen. Gerade habe ich gelesen, daß am 05.Dezember 2009 der neue Airport-Link in Betrieb gehen soll.

Der Airport-Link ist eine Stadtbahn im öffentlichen Personennahverkehr Bangkoks, welche den Flughafen Suvarnabhumi mit der Innenstadt verbindet. Betreiber ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Thailands, die State Railway of Thailand.

Interessanterweise wurden die elektrischen Triebzüge des Airport-Link ganz in meiner Nähe, nämlich in Krefeld-Uerdingen von der Firma Siemens Mobility entwickelt und produziert.
Hier gibt’s noch mehr Informationen zum Airport-Link.

Das Zugticket soll 150 Baht für den “Roten Express” und 15 – 45 Baht für den “Blauen Pendlerzug” kosten.

Die Stationen heissen wie folgt:

1/ Suvarnabhumi

2/ Lad Krabang

3/ Tabchang

4/ Hua Mark

5/ Ramkamhang – Umsteigemöglichkeit zum Klongboot auf dem Saen Saeb

6/ Makkasan – Hauptbahnhof mit Check-in und Umsteigemöglichkeit zur U-Bahn

7/ Ratchatrop

8/ Phaya Thai – Umsteigemöglichkeit zum Skytrain

Ich werde den neuen Airport-Link bei meinem nächsten Thailandbesuch auf jeden Fall mal testen. Das ist bestimmt eine gute Alternative um preiswert, vor allem aber schnell in die Innenstadt zu kommen.

Hier noch ein paar Fotos ….

"Roter Express"
"Blauer Pendlerzug"

Airport-Link in Fahrt

Airport-Link in Fahrt

Earl “Chinna” Smith auf Reggae TV

Earl “Chinna” Smith auf Reggae TV

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Earl ‘Chinna’ Smith ist ein jamaikanischer Gitarrist. Bekannt wurde er vor allem durch seine Zusammenarbeit mit der Soul Syndicate Band aber auch vielen anderen namhaften Reggae-Künstlern. So spielte er unter anderm mit Bob Marley & The Wailers das legendäre One Love Peace Concert am 22. April 1978 im National Stadion von Kingston, Jamaica.

In letzter Zeit recorded und tourt er zumeist mit Ziggy Marley & The Melody Makers.

Im Netz habe ich eine sehr interessante und sehenswerte Dokumentation über Earl ‘Chinna’ Smith gefunden, die ich hier gerne weiter verbreiten möchte.

Auf geht’s:

Earl ‘Chinna’ Smith

Irie Ites & One Love

Meine Liebe zu Thailand

Meine Liebe zu Thailand

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Meine zweite Leidenschaft neben der Reggae-Musik ist Thailand.
Hier habe ich im Laufe der letzten Jahre so etwas wie eine zweite Heimat gefunden. Langfristig habe ich geplant, ganz nach Thailand zu ziehen.

Bestimmt gibt es immer wieder etwas besonderes über das Land zu erzählen. Deshalb habe ich hier die Kategorie ‘Thailand’ eingerichtet – mit der Zeit werden hier Inhalte dazu kommen.

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Die Entstehung und musikalischen Merkmale des Reggae

Die Entstehung und musikalischen Merkmale des Reggae

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Die ursprüngliche Musik Jamaicas waren die Areitos, die Worksongs der Arawaken. Hinzu kamen mit den Sklaven von der afrikanischen Goldküste dann afrikanische Elemente, europäische Elemente brachten die Kolonialherren mit, aber auch innerkaribische Einflüsse kamen hinzu. Der Weg zum Reggae führte schließlich über die Verbindung der aus den eben genannten Elementen bestehenden jamaikanischen Folklore mit dem amerikanischen Rhythm & Blues.

Im afrikanischen Leben bedeutet Musik auch immer Auseinandersetzung mit der Natur. Mit einem intellektuell-europäischen Kunstverständnis lässt sich afrikanische Musik nur schwer interpretieren und analysieren; auch ihre Funktionalität in Gesellschaft und Religion muss erkannt werden.

Die afrikanischen Sklaven bewahrten sich Teile ihrer afrikanischen Mentalität – vor allem im spirituellen Bereich. Dieser manifestierte sich in verschiedenen Kulten, die teilweise heute noch zelebriert werden. Der Trommel kommt dabei eine mystische Bedeutung zu. So werden beispielsweise im Kumina-Kult mit ihrer Hilfe die Geister angerufen, wobei jeder Geist einen speziellen Rhytmus zugesprochen bekommt. Nach Ansicht der Kumina-Anhänger erscheint der Geist, wenn erfolgreich angerufen, im Zentrum des Tanzplatzes und dringt durch den Boden in den Kopf der Trommel ein, wo er dann von der Queen (Leiterin der Zeremonie) und dem Trommler begrüsst wird. Daraufhin zieht sich der Geist durch die Trommel in den Boden zurück und wählt die Person aus, die besessen werden soll. Der Geist steigt der Person von den Füssen aus in den Kopf und es entsteht ein Trancezustand, erreicht durch permanente, gleichmäßige Trommelrhytmen.

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Das Kumina-drumming und die Burru-Musik, eine Art jamaikanischer Worksong, sind die Ursprünge der Rasta-Musik. Auch das Trommelarsenal wurde übernommen. Es sind die Bass-Drum (grosse Trommel), mehrere Fundeh (mittelgrosse Trommeln) und Repeater-Drums (kleine Trommeln), sowie diverse Schlag-, Schrapp- und Rasselinstrumente. Die Rasta-Musik hat starken Einfluß auf den späteren Reggae, wo andere Instumente die Funktionen der Trommeln übernommen haben. Die Rhythmusgitarre die der Fundeh, der E-Bas die der Bass-Drum und solistisch eingesetzte Instumente die Verzierungen der Repeater-Drums.

Über die Kolonialherren kamen europäische Enflüsse auf die Insel. Wurden zunächst geistliche Lieder von den Schwarzen adaptiert und ihrer Situation angepasst, so beeinflusste zunehmend die europäische Militär- und Tanzmusik die spätere jamaikanische Folklore in der harmonischen und formalen Gestaltung. Die Sklaven reproduzierten diese Musik allerdings nicht einfach, sondern veränderten sie, brachten afrikanische und karibische Rhythmuselemente ein und nannten ihre Musik Mento.

Jamaican Mento Band  - The Jolly Boys

Jamaican Mento Band - The Jolly Boys

Mento wurde zunächst das Metier der Troubadoure, die Nachrichten, Klatsch und sozialen Kommentar in lebendige Lieder und Tänze packten, die sie auf ihren selbstgebastelten Trommeln, Bambus-Flöten und Geigen spielten. Später war es die Musik der Masse und drückte die Ansichten und Lebensphilosophie der Leute aus. Zu beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Mento zur Volksmusik Jamaikas.

Beim geraden 4/4-Takt des Mento wird die Akzentfolge auf dem ersten und dritten Schlag beibehalten, während die eigentliche unbetonten zweiten und vierten Taktteile ebenfalls hervorgehoben werden. Es entsteht also ein Widerstreit zweier Rhythmussysteme, der den Eindruck permanenter Synkopenbildung, also eine Art “Dauerspannung” bewirkt. Diese “Dauerspannung” ist auch beim späteren Reggae zu beobachten. Durch “polyrhythmische” Verquickung entsteht eine Art “metrischer Schwebezustand”, der eine körperliche Reaktion auf die Musik geradezu erzwingt.

Mit der Orientierung an westliche Standards, vor allem der USA, gelangte auch die amerikanische Pop-Musik auf die Insel. Diese wurde mittels Soundsystems, mobile Discotheken, in den Straßen der Städte verbreitet. Jamaikanische Musiker versuchten die Stücke zu kopieren, wobei sie jedoch die ihnen typische jamaikanische Art der Interpretation nicht aufgaben. In der 60er Jahren entstand so der Ska, eine Art jamaikanische Rock’n’Roll-Variante. Das amerikanische Vorbild erkennt man bei den frühen Ska-Nummern an der Beibehaltung des Bluesschemas, das rhythmisch einfach umgestaltet wurde. Charakteristisch für den Ska sind die extremen afterbeats. Fast alle Instrumente erfüllen rhythmische Funktionen, lediglich der Gesang, oft gepaart mit Bläser-Einwürfen, wird melodisch eingesetzt. Der größte Hit in den 60ern war “My Boy Lollypop” von Millie Small aus dem Jahre 1964. In England wurde der Titel als erste westindische Platte Nr. 1 in den Charts.

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Etwa Mitte der 60er Jahre wurde der Ska vom Rocksteady abgelöst. Bei gleichbleibender harmonischer Struktur wechselte man auf den alla-breve-Takt über, so daß der Rhythmus schleppender wurde, ohne allerdings seine mitreißende Qualität zu verlieren. Über die Gründe dieser Entwicklung gibt es verschiedene Spekulationen. Einerseits wurden die klimatischen Verhältnisse des Jahres 1966 verantwortlich gemacht: Als der Sommer 1966 besonders heiß wurde, so heiß, daß man den raschen Ska nicht mehr tanzen konnte, reduzierte man einfach das Tempo. Andererseits wird behauptet, das “slowing-down” sei Ausdruck der zunehmenden depressiven Stimmung in der Bevölkerung. Im Zeichen der wirtschaftlichen und sozialen Not hätten die Leute es einfach satt gehabt, die fröhliche Ska-Musik zu spielen.

Allgemein wird die Entwicklung vom Ska zum Rocksteady als befruchtend für die Musik gesehen. Die Reduzierung des Tempos und gleichzeitige Erhöhung der musikalischen Spannung war von zündender Faszination und setzte bei den Musikern neue ungeahnte Kräfte frei. Da die afterbeats nun auf den Takten 2 und 4 lagen, wurde Platz geschaffen für Improvisationen und rhythmische Raffinessen. Der E-Bass befreite sich zusehends von seinen ursprünglichen Funktionen und spielte nun häufig zwischen den Takten, was zu einer weiteren Differenzierung führte.

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Der Struktur nach war der Rocksteady bereits Reggae. Zum erstenmal taucht der heute populäre Begriff bei Toots Hibberts (Toots & The Maytals) im Titel “Do The Reggay” auf. Über die genaue Bedeutung des Wortes ist man sich nicht einig. Eine Version leitet den Reggae-Begriff vom afrikanischen “Ragga”-Stamm ab, eine andere sieht in ihm eine Abkürzung für “Raggamuffin”, was einen Tunichtgut aus dem Ghetto bezeichnet.

Demnächst mehr ….

Irie Ites & One Love

Hier Teil 2 lesen

(Quelle: Lehrbuch von Wolfgang Kunz – Reggae-Kult, Kritik und Kommerz)

Greetings Reggae Lovers

Greetings Reggae Lovers

So, dann ist hier also der erste Blog-Eintrag.

Wollte ja eigentlich nie ein eigenes Blog starten, aber ich glaube das hat fast jeder Blogger anfangs gesagt.

Berichten will ich in erster Linie über Reggae in allen Spielarten. Meine persönliche Vorliebe ist der Roots Reggae der 70er Jahre, aber angefangen bei Ska und Rocksteady über Dub und Dancehall bis hin zu Digital Reggae und Ragga interessiert mich irgendwie alles.

Bestimmt werde ich nicht nur und ausschliesslich über Reggae erzählen … also mal sehen, was sich in Zukunft so alles berichtenswertes finden wird.

Bald geht’s dann richtig los.