Tag Archives: Ska

Reggae-Playlist für März 2014

Reggae-Playlist für März 2014

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Es ist mal wieder Zeit für gute Musik !!

Liebe Reggae-Freunde, in diesem Jahr scheint der Frühling viel schneller zu kommen als im letzten Jahr. Lasst ihn uns mit gutem Reggae begrüßen ;-)
Hier folgt nun meine Reggae-Playlist für den März – habe mal wieder versucht, eine passable Mischung zu finden.

Heptones – Can’t Hide From Jah

Ward 21 – Cut Inna Face

Tommy McCook – Persian Cat Ska aka Once In A Persian Market

Son Of Jah – Urban Guerilla

Prince Jazzbo – Jamaica Back Up Dub

Vernon Maytone – Hooligans

Jah Woosh – Sensimelia Song

Revelation Rockers – Jah Praises

Rockaway meets Young Warrior – Poor Mans Cry

Lutan Fyah – Life Like This

Groundation – Mighty Souls feat. Pablo Moses

Cornell Campbell & The Eternals – Let’s Start Again

Horace Andy – Soddom & Gomorrah

Hugh Mundell – Time And Place

Jimmy Radway & The Fe Me Time All Stars – Black Rights

Keith Poppin – Tell Why Do

King Tubby & Yabby You – Go To School Jah Jah Children

Prince Buster – Dance Cleopatra

Ich hoffe, euch gefällts ;-)

Irie & One Love

Reggae-Bücher die man kennen sollte

Reggae-Bücher die man kennen sollte

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Hallo liebe Reggae-Freunde,

heute möchte ich euch mal einige Bücher über unser Lieblingsthema Reggae vostellen, die man eigentlich unbedingt kennen und lesen sollte.
Beginnen möchte ich mit einem Buch in englischer Sprache vom wandelnden Reggae-Fachmann Steve Barrow,
“The Rough Guide to Reggae”.
Unterstützung fand Steve Barrow bei Peter Dalton; die beiden Autoren haben hier ein Buch geschaffen, welches die Spanne jamaikanischer Musik vom 1950er Mento über R&B, Roots, Dub, Dancehall und Ragga beschreibt. Viele Interviews bekannter Reggae-Perönlichkeiten wie z.B. Bunny Lee, King Jammy oder Coxsone Dodd sowie die Profile berühmter Reggae-Stars wie Gregory Isaacs, Sugar Minott und natürlich Bob Marley, machen dieses Buch zu einem einmaligen und unverzichtbaren Zeugnis über die Geschichte der Reggae-Musik.

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Hier könnt ihr das Buch kaufen.

Inzwischen gibt es auch, ebenfalls von Steve Barrow, den “Rough Guide to Reggae 2″, den man hier käuflich erwerben kann.

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Als weiteres Buch möchte ich euch “Bass Culture – Der Siegeszug des Reggae” von Lloyd Bradley empfehlen.

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Bei Amazon.de heisst es dazu:
“Die Musik Jamaikas hat endlich das Buch, das sie verdient”, beschließt Prince Buster sein Vorwort zu Bass Culture, der bislang umfassendsten und profundesten Geschichte des Reggae. Und Prince Buster ist nicht irgendwer; er ist eine der ganz großen (lebenden) jamaikanischen Musikerlegenden. Man darf ihm deshalb glauben, wenn er sagt, Bradley erzähle die ganze Geschichte dieser Musik. Er kann dies, weil er über die Musik hinauszublicken vermag und “sieht, wie das Leben auf Jamaika die Musik erst ermöglichte und wie die Musik ihrerseits wieder die Menschen beeinflusst hat. (…) Er hat die Geschichte verstanden und erzählt sie mit Ehrlichkeit, Wertschätzung und Stil.”
Sechs Jahre hat Lloyd Bradley für diese Kultur-, Gesellschafts- und Musikgeschichte des Reggae recherchiert. Mit allen Großen der jamaikanischen Musikszene hat er zum Teil sehr ausführliche Gespräche geführt. Neben Prince Buster etwa mit Bunny Lee, Horace Andy, Lee Perry, Burning Spear, Dennis Bovell und Leroy Sibbles, um nur einige wenige der allerwichtigsten zu nennen. “Schon allein diese Zeitzeugenberichte vermitteln mehr Einsichten in das Wesen des Reggae als alle anderen Bücher zum Thema”, steht im Klappentext zu lesen. Klingt vielleicht ein wenig prahlerisch, aber es stimmt!

Bradley lässt in seiner Darstellung nichts aus, schildert jede wichtige Nuance, angefangen bei den Einflüssen des amerikanischen Jazz und des Rhythm & Blues auf frühe Formen des Reggae bis auf die verschiedenen Formen und Strömungen der Ska-Musik unserer Tage. Ein Standardwerk! –Freia Danz

Hier nachzulesen und zu kaufen.

Zu guter Letzt noch eine unglaubliche Empfehlung, die euch nichts kostet, aber unverzichtbar für jeden Liebhaber der Reggae-Musik ist. Der Autor René Wynands hat das Buch “Do The Reggae” im Netz als PDF-Dokument veröffentlicht, da es im Handel bereits lange vergriffen ist und wohl auch nicht mehr neu aufgelegt werden soll.

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Äußerst detailiert wird hier die kulturhistorische Geschichte des Reggae erzählt und jeder Reggae-Fan sollte dieses Dokument gelesen haben. René Wynands hat mir erlaubt, den Link zur Downloadseite von “Do The Reggae” hier zu veröffentlichen, um möglichst vielen Interessierten die Möglichkeit zu geben, dieses Dokument zu erfahren.
Bei der Gelegenheit meinen herzlichsten Dank an René Wynands !!

Natürlich gibt es noch viel mehr Literatur zum Thema Reggae, aber diese Werke sind schon mal ein sehr guter Anfang und meines Erachtens unverzichtbar. Beginnt einfach mal mit dem PDF-Dokument und kauft euch anschliessend die anderen Bücher. Viel Spaß beim Lesen !!

Reggae-Playlist für August 2013

Reggae-Playlist für August 2013

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So, liebe Freunde der Reggae-Musik – hier folgt nun meine 2. Playlist, diesmal für den Monat August 2013.
Ich hoffe sehr, euch gefällt die kleine Auswahl und würde mich natürlich über ein Feedback freuen :-)

Los geht’s:

Ras Michael & The Sons of Negus – Skin Flesh And Bone

Lloyd Charmers & The Hippy Boys – Safari

Clancy Eccles – Herbsman Reggae

Clinton Fearon – Rocky Road

Clive Hunt a.k.a. Lizzard – Jehosaphat

Delroy Washington – Jah Wonderful

Ganja Beats – Mystical Experience

Jazzbo – Born Blue

Winston Jarrett & The Righteous Flames – Jungle Collie

Welton Irie – Lamb’s Bread

Ras Midas – Rain And Fire

Conscious Minds – Brain Wash

Rod Taylor – True History

Dennis Walks – The Drifter

U Roy – No More War

Tu Shung Peng – Show Me That Love

Third World -1865 (96 Degrees in the Shade)

Es funktioniert wie gehabt – einfach auf den entsprechenden Titel klicken und hören.
Viel Spaß – Irie & One Love

Die Entstehung und musikalischen Merkmale des Reggae

Die Entstehung und musikalischen Merkmale des Reggae

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Die ursprüngliche Musik Jamaicas waren die Areitos, die Worksongs der Arawaken. Hinzu kamen mit den Sklaven von der afrikanischen Goldküste dann afrikanische Elemente, europäische Elemente brachten die Kolonialherren mit, aber auch innerkaribische Einflüsse kamen hinzu. Der Weg zum Reggae führte schließlich über die Verbindung der aus den eben genannten Elementen bestehenden jamaikanischen Folklore mit dem amerikanischen Rhythm & Blues.

Im afrikanischen Leben bedeutet Musik auch immer Auseinandersetzung mit der Natur. Mit einem intellektuell-europäischen Kunstverständnis lässt sich afrikanische Musik nur schwer interpretieren und analysieren; auch ihre Funktionalität in Gesellschaft und Religion muss erkannt werden.

Die afrikanischen Sklaven bewahrten sich Teile ihrer afrikanischen Mentalität – vor allem im spirituellen Bereich. Dieser manifestierte sich in verschiedenen Kulten, die teilweise heute noch zelebriert werden. Der Trommel kommt dabei eine mystische Bedeutung zu. So werden beispielsweise im Kumina-Kult mit ihrer Hilfe die Geister angerufen, wobei jeder Geist einen speziellen Rhytmus zugesprochen bekommt. Nach Ansicht der Kumina-Anhänger erscheint der Geist, wenn erfolgreich angerufen, im Zentrum des Tanzplatzes und dringt durch den Boden in den Kopf der Trommel ein, wo er dann von der Queen (Leiterin der Zeremonie) und dem Trommler begrüsst wird. Daraufhin zieht sich der Geist durch die Trommel in den Boden zurück und wählt die Person aus, die besessen werden soll. Der Geist steigt der Person von den Füssen aus in den Kopf und es entsteht ein Trancezustand, erreicht durch permanente, gleichmäßige Trommelrhytmen.

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Das Kumina-drumming und die Burru-Musik, eine Art jamaikanischer Worksong, sind die Ursprünge der Rasta-Musik. Auch das Trommelarsenal wurde übernommen. Es sind die Bass-Drum (grosse Trommel), mehrere Fundeh (mittelgrosse Trommeln) und Repeater-Drums (kleine Trommeln), sowie diverse Schlag-, Schrapp- und Rasselinstrumente. Die Rasta-Musik hat starken Einfluß auf den späteren Reggae, wo andere Instumente die Funktionen der Trommeln übernommen haben. Die Rhythmusgitarre die der Fundeh, der E-Bas die der Bass-Drum und solistisch eingesetzte Instumente die Verzierungen der Repeater-Drums.

Über die Kolonialherren kamen europäische Enflüsse auf die Insel. Wurden zunächst geistliche Lieder von den Schwarzen adaptiert und ihrer Situation angepasst, so beeinflusste zunehmend die europäische Militär- und Tanzmusik die spätere jamaikanische Folklore in der harmonischen und formalen Gestaltung. Die Sklaven reproduzierten diese Musik allerdings nicht einfach, sondern veränderten sie, brachten afrikanische und karibische Rhythmuselemente ein und nannten ihre Musik Mento.

Jamaican Mento Band  - The Jolly Boys

Jamaican Mento Band - The Jolly Boys

Mento wurde zunächst das Metier der Troubadoure, die Nachrichten, Klatsch und sozialen Kommentar in lebendige Lieder und Tänze packten, die sie auf ihren selbstgebastelten Trommeln, Bambus-Flöten und Geigen spielten. Später war es die Musik der Masse und drückte die Ansichten und Lebensphilosophie der Leute aus. Zu beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Mento zur Volksmusik Jamaikas.

Beim geraden 4/4-Takt des Mento wird die Akzentfolge auf dem ersten und dritten Schlag beibehalten, während die eigentliche unbetonten zweiten und vierten Taktteile ebenfalls hervorgehoben werden. Es entsteht also ein Widerstreit zweier Rhythmussysteme, der den Eindruck permanenter Synkopenbildung, also eine Art “Dauerspannung” bewirkt. Diese “Dauerspannung” ist auch beim späteren Reggae zu beobachten. Durch “polyrhythmische” Verquickung entsteht eine Art “metrischer Schwebezustand”, der eine körperliche Reaktion auf die Musik geradezu erzwingt.

Mit der Orientierung an westliche Standards, vor allem der USA, gelangte auch die amerikanische Pop-Musik auf die Insel. Diese wurde mittels Soundsystems, mobile Discotheken, in den Straßen der Städte verbreitet. Jamaikanische Musiker versuchten die Stücke zu kopieren, wobei sie jedoch die ihnen typische jamaikanische Art der Interpretation nicht aufgaben. In der 60er Jahren entstand so der Ska, eine Art jamaikanische Rock’n’Roll-Variante. Das amerikanische Vorbild erkennt man bei den frühen Ska-Nummern an der Beibehaltung des Bluesschemas, das rhythmisch einfach umgestaltet wurde. Charakteristisch für den Ska sind die extremen afterbeats. Fast alle Instrumente erfüllen rhythmische Funktionen, lediglich der Gesang, oft gepaart mit Bläser-Einwürfen, wird melodisch eingesetzt. Der größte Hit in den 60ern war “My Boy Lollypop” von Millie Small aus dem Jahre 1964. In England wurde der Titel als erste westindische Platte Nr. 1 in den Charts.

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Etwa Mitte der 60er Jahre wurde der Ska vom Rocksteady abgelöst. Bei gleichbleibender harmonischer Struktur wechselte man auf den alla-breve-Takt über, so daß der Rhythmus schleppender wurde, ohne allerdings seine mitreißende Qualität zu verlieren. Über die Gründe dieser Entwicklung gibt es verschiedene Spekulationen. Einerseits wurden die klimatischen Verhältnisse des Jahres 1966 verantwortlich gemacht: Als der Sommer 1966 besonders heiß wurde, so heiß, daß man den raschen Ska nicht mehr tanzen konnte, reduzierte man einfach das Tempo. Andererseits wird behauptet, das “slowing-down” sei Ausdruck der zunehmenden depressiven Stimmung in der Bevölkerung. Im Zeichen der wirtschaftlichen und sozialen Not hätten die Leute es einfach satt gehabt, die fröhliche Ska-Musik zu spielen.

Allgemein wird die Entwicklung vom Ska zum Rocksteady als befruchtend für die Musik gesehen. Die Reduzierung des Tempos und gleichzeitige Erhöhung der musikalischen Spannung war von zündender Faszination und setzte bei den Musikern neue ungeahnte Kräfte frei. Da die afterbeats nun auf den Takten 2 und 4 lagen, wurde Platz geschaffen für Improvisationen und rhythmische Raffinessen. Der E-Bass befreite sich zusehends von seinen ursprünglichen Funktionen und spielte nun häufig zwischen den Takten, was zu einer weiteren Differenzierung führte.

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Der Struktur nach war der Rocksteady bereits Reggae. Zum erstenmal taucht der heute populäre Begriff bei Toots Hibberts (Toots & The Maytals) im Titel “Do The Reggay” auf. Über die genaue Bedeutung des Wortes ist man sich nicht einig. Eine Version leitet den Reggae-Begriff vom afrikanischen “Ragga”-Stamm ab, eine andere sieht in ihm eine Abkürzung für “Raggamuffin”, was einen Tunichtgut aus dem Ghetto bezeichnet.

Demnächst mehr ….

Irie Ites & One Love

Hier Teil 2 lesen

(Quelle: Lehrbuch von Wolfgang Kunz – Reggae-Kult, Kritik und Kommerz)